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Nachtübungsdienst 2009 Drucken

Nachtübungsdienst der Ortsfeuerwehren Wennigsen und Degersen

Am Freitag, den 18.09.2009 haben die Feuerwehren Wennigsen und Degersen einen Übungsdienst „der besonderen Art“ abhalten. Durchgeführt wurden mehrere Übungsszenarien mit zum Teil anspruchsvollen Aufgaben.

Der Schwerpunkt der verschiedenen Übungslagen bildete in diesem Jahr der Bereich Atemschutz und Menschenrettung. Von der Übungsleitung wurden dafür drei Objekte in Degersen und Wennigsen ausgewählt die den Ansprüchen entsprachen.

Das erste Objekt das auserwählt wurde, war das DGH in Degersen. Den ersten anrückenden Kräften wurde von „aufgeregten Besuchern“ des DGH mitgeteilt, dass es wohl im Bereich der Küche zu einem Feuer gekommen ist und sich noch eine Person im Gebäude befinden muss. Der Einsatzleiter Uwe Bullerdiek entschloss sich daraufhin sofort Feuerwehrkameraden unter Atemschutz in das Gebäude zu schicken um die Person zu retten. Wie in solch einem Fall üblich, wird in einem solchen Fall immer mit  „Wasser am Rohr“ vorgegangen um eine eventuelle Durchzündung gleich ablöschen zu können. Um eine Verrauchung zu Simulieren und den Trupps die Sicht zu nehmen, wurden die Atemschutzmasken mit undurchsichtigen Plastiküberziehern überzogen und so die Sicht der Kameraden stark eingeschränkt. Trotzdem wurde die Übungslage sicher beherrscht und wenige Minuten nachdem die Trupps das Gebäude betraten wurde die vermisste Person gefunden, aus dem Gebäude gerettet und dem (nicht anwesenden) Rettungsdienst übergeben.

 

Nun, nachdem alle schon das erste Mal am heutigen Abend ins Schwitzen gekommen waren, wurde ins Feuerwehrhaus nach Wennigsen gefahren um Kraft für den Rest des Abends zu tanken. Die Jugendfeuerwehr Wennigsen hatte nämlich den Grill schon angeheizt und die ersten Bratwürstchen fertig. Die Jugendlichen freuten sich offensichtlich den „großen Feuerwehrmännern und -frauen“ mal zu zeigen was sie im Bereich Grill so alles draufhatten, hatten sie doch erst am letzten Wochenende beim Crusing- Lauf die Gelegenheit für den heutigen Tag zu üben. So verging die Zeit wie im Flug und schnell stand schon die nächste Übung an.

Nun ging es in die Neustadtstraße 33 nach Wennigsen. Hier steht ein Gebäude leer, das die Gemeinde verkaufen will. Ein hervorragendes Gebäude um das Vorgehen mit „Wasser am Rohr“ zu üben. Man muss nämlich wissen, dass das Nachziehen von gefüllten Schläuchen, evtl. über mehrere Etagen, nicht ganz einfach ist und man ziemlich viel Kraft aufwenden muss. Ein gefüllter C- Schlauch wiegt fast 40 kg, ist stocksteif und macht manchmal was er will.
Vorweg waren allerdings noch andere Aufgaben zu bewältigen, schließlich stand die „Bewohnerin“ des Hauses vom Rauch (Diskonebel) umnebelt am Fenster und rief lauthals um Hilfe. Zu allem Überfluss war der Hydrant von einem parkenden Auto verstellt und das Tanklöschfahrzeug stand noch im Feuerwehrhaus, weil die Übungsleitung den Autoschlüssel versteckt hatte. Da musste der Einsatzleiter Jörg Wieners alle Register ziehen um diese Übungslage mit seinem Personal bewältigen zu können. Er ordnete sofort die Rettung der Bewohnerin über die Feuerwehrleitern an. Leider hatte die Person am Fenster wohl mehr Angst auf die Leiter zu steigen als Angst vor dem Feuer. So musste sie mittels Fluchthaube durch den Rauch ins Freie geführt werden. Zum Glück dauerte es nicht lange bis das Wennigser Tanklöschfahrzeug doch noch eintraf, dass auch die Brandbekämpfung bald im Mittelpunkt des Geschehens stand. Nun wurde der Rest der Übung zügig abgearbeitet und zu guter Letzt zeigten sich der Einsatzleiter sowie die Übungsleitung sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf. Normalerweise wären bei solch einer Lage noch mehr Feuerwehrfahrzeuge sowie eine Drehleiter mit alarmiert worden. Somit wäre die Einsatzlage wesentlich einfacher beherrschbar gewesen. Aber dass … hätte ja dann „jeder“ gekonnt ..!

Zurück im Gerätehaus wurde erstmal bei kalten Getränken ein wenig verschnauft um dann in den letzten Teil der Übung zu starten.

Feuer auf dem Waldsportplatz! Das Vereinsheim der Fußballer des TSV- Wennigsen brennt. So lautete der Anruf der um 22:47 Uhr bei der Einsatzleitung einging. Sofort machten sich die fünf Fahrzeuge auf den Weg in Richtung Deister. Als die ersten Kräfte ankamen schlug ihnen dichter Rauch entgegen. Das Buschwerk neben dem Vereinsheim stand meterhoch in Flammen. Ein Gastank, der direkt neben dem Gebäude stand, drohte durch die Flammen zu explodieren. Sofort wurden Schläuche ausgerollt um Wasser aus dem nahe gelegenen Mühlbach zu pumpen. Von anderen Feuerwehrleuten wurde währenddessen mit dem Wasser vom Tanklöschfahrzeug ein dichter Wassernebel erzeugt um den Tank zu kühlen. Hier zeigte sich wie wichtig es ist, solch gemeinsame Übungen mit anderen Feuerwehren abzuhalten. Die Verständigung klappte untereinander hervorragend, es gab keine Missverständnisse und nach 35 Minuten konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Zum Glück konnte, dank der schnellen Kühlung des Gastanks, schlimmeres verhindert werden. Einsatzleiter dieser Übung war Matthias Bödecker.
Die Übungsleitung zeigte sich mit den Verläufen der drei Übungen sehr zufrieden. Alle Übungsszenarien wurden routiniert abgearbeitet und die „Opfer“ konnten schnell aus ihrer unglücklichen Lage befreit werden.
Insgesamt waren 34 Feuerwehrmänner und eine Frau mit fünf Fahrzeugen der Feuerwehren Wennigsen und Degersen fast 6 Stunden an diesem Übungsdienst beteiligt. Übungsende war um 23:45 Uhr, Dienstschluss 00:30 Uhr.



Bilder Einsatzübung Nr.1



Bilder Einsatzübung Nr.2


Fotos by B.Senhold



Bilder Einsatzübung Nr.3


Fotos by B.Senhold
 
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